Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
E-Mail: info@prostata-sh.info

PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Transurethrale Mikrowellenthermotherapie (TUMT) der Prostata

12.10.2010

Bei dieser Behandlungsmethode wird Mikrowellenenergie über eine in einem Dauerkatheter eingebauten Mikrowellenantenne an die Prostata abgegeben und somit eine lokale Erwärmung des Gewebes erzeugt. Der Frequenzbereich liegt hierbei zwischen 900 und 1300 MHz. Dabei werden Temperaturen von ca. 70° bis 80° in der Prostata erreicht und somit eine Gewebsnekrose erzeugt. Da es aber schon bei Temperaturen über 45°C im Bereich der Harnröhre zu Schmerzempfindungen kommen kann, wird die Harnröhre durch eine Temperaturreduzierung bei der Behandlung auf 9 - 10°C gekühlt. Da das Prostatagewebe hinsichtlich Wärme eher schmerzunempfindlich ist, ist die Behandlung für den Patienten praktisch schmerzlos Die Behandlung erfolgt ambulant oder im Rahmen eines eintägigen stationären Aufenthalts.

Es gibt Stimmen von Fachleuten, die diese Therapie recht kritisch betrachten.

Aus einer Freiburger Klinik war Folgendes zu hören und zu lesen:

Durch die Harnröhre wird eine Sonde in die Prostata eingeschoben, die diese Strahlen aussendet. Das erhitzte Gewebe stirbt ab. Die Hyperthermie ist nach den bisherigen Erfahrungen jedoch nur bei kleinen, auf den Kern der Prostata beschränkten Wucherungen hilfreich. Bei regelgerechter Anwendung hat sie kaum gravierende Nebenwirkungen. Die Kosten werden von den Kassen nicht erstattet. Sie liegen je nach Praxis zwischen 1.800,- und 2.600,- Euro.

siehe auch TUNA, TUNA-Transurethrale Nadelablation der Prostata. Hierbei wird über in die Prostata gestochene nadelförmige Antennen durch Erhitzung mittels Radiowellen eine Destruktion der vergrößerten Prostata erreicht.

Hier eine Gerätebeschreibung incl. Wirkmechanismus eines Herstellers, der in seinen Unterlagen darauf hinweist: Nur für klinische Studien!
Das Prostata-Hypertermie System PCT 2000 arbeitet nach dem Sender - Empfängerprinzip mit modulierten Radiowellen im Frequenzbereich von 220 bis 260 KHz (Kurzwellen). Von der Katheterelektrode durchfluten die Kurzwellen das gesunde Gewebe in Richtung der außenseitigen Elektrode. Treffen diese Kurzwellen auf tumoröses bzw. hypertrophes Gewebe werden sie durch das erhöhte Energie-Absorptionsvermögen in Wärme umgewandelt. Anwendungsspektrum: benigne Prostatahyperplasie, Prostataadenom und Prostatakarzinom Die innovative Radiowellen-Technik des PCT 2000 Systems bietet gegenüber der Mikrowellen-Technik gerade bei der Behandlung des Prostatakarzinoms deutliche Vorteile:
- Direktfokussierung durch das Sender-Empfängerprinzip auf den hypertrophen bzw. tumorösen Teil der Prostata
- Ausschließliche Erwärmung des erkrankten Gewebes, minimale Wärmestressbelastung der gesunden Zellen
- Niedrigere Terapietemperatur durch gleichbleibendes Temperaturniveau bis zu einer Eindringtiefe von 6-8 cm (Mikrowellentechnik benötigt höhere Temperaturen, durch Abfallen der Temperaturkurve bei Erkrankungen an der Prostatawand - stabile Temperatur nur 1-1,5 cm um die Kathetersonde)

letzte Aktualisierung im Oktober 2010



Zurück