Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Stadiengerechte Therapie:

05.1.2005

Hierzu ein Beitrag von Dr. Frank Eichhorn;Urologe aus Bad Reichenhall:

Hier liegt noch vieles im Argen. Ich erinnere an den jedem Studenten der Medizin bekannten Leitsatz: „ das lokal begrenzte Prostatakarzinom sollte lokal, das systemische systemisch behandelt werden“.

Dr. Strum hat sich bei seinen Vorträgen 2004 in Hannover und München redlich bemüht zu erklären, wie man heute mit Hilfe geeigneter Algorithmen diese Frage erstaunlich genau beantworten kann. In Zweifelsfällen gibt es moderne Untersuchungstechniken ( Cholin - PET CT; erMRI mit Spektroskopie oder die USPIO ) mit denen Unklarheiten zur Samenblasen- , Kapsel oder Lymphknotenbeteiligung geklärt werden können.

Da ich Patienten aus ganz Deutschland sehe weiß ich dass fast überall immer noch auch dann operiert wird wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit eine systemische Erkrankung vorliegt. Anschließend wird dann bestrahlt, dann Hormontherapie, dann Chemotherapie.

Da sollte dringend ein Umdenken stattfinden.

Natürlich kann man bei fortgeschrittenen Karzinomen lokale mit systemischen Behandlungen kombinieren – aber bitte in der richtigen Reihenfolge: zuerst die systemische Therapie ( auch ein biologischer Stresstest, der die besonderen Eigenschaften des Karzinoms offenlegt ), dann die lokale Therapie für den Resttumor im Sinne eine Konsolidierung.

Januar 2005



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