Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Verhältnis Arzt - Patient

30.12.2006

In einem Beitrag schrieb Dr. Frank Eichhorn, Urologe aus Bad Reichenhall zum Verhältnis Arzt - Patient:

Ärzte sind nicht immer lieb

Viele Prostatakrebs – Patienten – vor allem gut informierte BPS – Mitglieder – fühlen sich von Ihrem Urologen schlecht betreut. Warum ? Nun – Urologen sind von der Ausbildung her Chirurgen und keine Onkologen.

Es gibt Kollegen die sich zum Beispiel auf das Thema gutartige Prostataerkrankung ( BPH ) , Sexualmedizin, Kinderurologie, Inkontinenz, oder Steinerkrankungen spezialisieren. In vielen Praxen spielt das Thema Prostatakrebs eine eher untergeordnete Rolle.

Außerdem haben Prostatakrebspatienten in aller Regel einen großen Beratungsbedarf – sind also extrem Zeitintensiv. Leider wird die Beratung von den gesetzlichen Kassen nicht kostendeckend vergütet ( ca. 30 Euro in 3 Monaten – unabhängig von der Beratungsdauer ).

Ein Tipp: Sprechen Sie diese Dinge bei Ihrem Urologen offen an und bieten Sie eine Extrabezahlung der Beratungszeit an. Sie werden erleben dass sich dadurch das Gesprächsklima drastisch verbessert weil Sie zu erkennen geben dass Sie auch über Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen gut informiert sind.

Hinzu kommt die Budgetierung. Das bedeutet dass viele Kollegen zum Ende des Quartals , wenn das Budget ausgeschöpft ist – für die Behandlung von Kassenpatienten kein Geld mehr bekommen also nur noch Kosten produzieren. Als Krönung des Ganzen müssen wir auch noch mit dem Damoklesschwert „ Regress“ leben – das Bedeutet dass wir ( nicht die Patienten ) von den Krankenkassen eine sehr hohe Rechnung bekommen können wenn wir Medikamente auf Kasse verordnen die für die entsprechende Indikation in Deutschland nicht zugelassen sind ( z.B. Östrogene; Bisphosphonate ; Casodex und Proscar im Rahmen einer ADT 3, Rocaltrol, Gleevec; Carboplatin etc. )

Januar 2005

Ergänzung:

....der Urologe Harzmann, selbst Betroffner von Prostatakrebs, weiß: "Wenn ich heute die Diagnose Prostatakrebs mitteilen muss, kann ich besser mit den Patienten umgehen als vor meiner Erkrankung, weil ich die Ängste, die ich natürlich auch vorher schon verstanden habe, jetzt deutlicher nachempfinden und meine Therapieempfehlung besser auf den Punkt bringen kann."

Ergänzung:
Die Auswahl des Arztes ist nach wie vor eine Sache des Vertrauens und der Chemie zwischen Arzt und Patient.

letzte Aktualisierung im Dezember 2006



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