Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Hormonblockade nach Strahlentherapie

26.8.2008

aus dem Internet übernommen:

Postatakarzinom: Hormontherapie verbessert Überleben nach Strahlentherapie

"Bereits eine sechsmonatige hormonelle Androgenblockade verbessert bei Patienten mit lokalisiertem Hoch-Risiko-Prostatakarzinom die Überlebenschancen.

Dies konnte jetzt erstmals in einer randomisierten klinischen Studie gezeigt werden, die im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2004; 292: 821-827) publiziert wurde. Ein hoher PSA-Wert (über 10ng/ml), eine ungünstige Histologie (Gleason-Score 7 oder höher) oder der radiologische Nachweis, dass der Tumor die Organgrenze überschritten hat, zeigt bei einem lokalisierten Prostatakarzinom eine ungünstige Prognose an. Viele Patienten werden langfristig trotz Operation oder Radiotherapie an ihrem Tumor sterben.

Die beste Therapie ist unklar.
Zur Auswahl stehen eine radikale Prostatektomie oder eine Radiotherapie. Die Radiotherapie wurde in den letzten Jahren deutlich verbessert. Ein modernes Verfahren ist die dreidimensional geplante und konformal durchgeführte Radiotherapie (3D-CRT), bei der eine hohe Strahlendosis (70 Gray) gezielt auf die Prostata abgegeben und das umgebende Gewebe geschont wird.

Bei Hoch-Risiko-Patienten führt die 3D-CRT zu 5-Jahresüberlebensraten von etwa 80 Prozent.

Seit einigen Jahren wird versucht, die Ergebnisse durch eine anschließende Hormonbehandlung weiter zu verbessern. Das Prinzip dieser “andauernden medikamentösen Androgenblockade” (AST) besteht darin, die männlichen Geschlechtshormone auszuschalten, welche das Wachstum von Tumorzellen stimulieren, die der Strahlentherapie standgehalten haben könnten.

Bisher wurde hier eine recht belastende dreijährige Behandlung angestrebt. Sie konnte in früheren Studien auch die Überlebenszeiten verlängern. Es kam jedoch zu einer Reihe von schweren Nebenwirkungen wie Osteoporose, Gedächtnisstörungen, Anämie, Gynäkomastie, Hitzewallungen und Impotenz, die ein hoher Preis für eine vielleicht nur kurzfristige Lebensverlängerung sind.

Deshalb wurde in einer Studie der Harvard-Universität in Boston untersucht, ob eine Verkürzung der Hormonbehandlung möglich ist. Ergebis siehe oben!

Februar 2005

Ergänzung Ein Strahlenexperte zu dem Thema Hormontherapie und Bestrahlung:

Die Dauer der Hormontherapie ist abhängig vom Ausgangsstadium des Tumors. Bei high risk Tumoren sind dies 2-3 Jahre nach der Bestrahlung. Bei low risk Tumoren gibt es keinen Beweis, dass eine längere Hormontherapie von Vorteil ist, weswegen diese üblicherweise nach der Bestrahlung gestoppt wird.

letzte Aktualisierung im August 2008



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