Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

DRU

05.2.2010

Digtal-Rektale-Untersuchung der Prostata mit dem Finger (digitus=der Finger)

Grundsätzlich:
Die DRU ist eine mit dem Finger vorgenommene Untersuchung des Enddarm und der angrenzenden Prostata. Der Patient wird in Seitenlage mit angewinkelten Beinen gelagert. Der Finger wird dann unter Verwendung von Vaseline oder Gleitgel langsam und möglichst schmerzlos in den After eingeführt. Dabei werden Einmalhandschuhe verwendet.

In der Urologie dient die digital rektale Untersuchung zur Beurteilung von Form, Lage und Konsistenz der Prostata. Krebsverdächtig sind derbe, nichtdruckschmerzhafte Verhärtungen. Eine steinhart zu tastende Prostata ist stets karzinomverdächtig. Weiterhin kann man Asymmetrien, Verschieblichkeit, Druckschmerzhaftigkeit und Vergrößerungen tasten.

Bei richtiger Durchführung der DRU ist diese Untersuchung für den Patienten schmerzfrei bzw. schmerzarm, es sei denn, eine bisher nicht entdeckte Prostatitis löst den Schmerz aus. Hinzu kommt: Prostata-Untersuchungen, vor allem die digitale rektale Untersuchung (DRU) werden häufig als unangenehm empfunden und halb-spöttisch in Männerkreisen als Hafenrundfahrt bezeichnet.

Speziell:
Bei der rektalen Untersuchung ist die Prostata ungefähr 4 cm vom After entfernt palpabel (tastbar).

Die digitorektale Untersuchung ist das einfachste, schonendste und preiswerteste Verfahren zur Diagnostik des Prostatakarzinoms. Suspekt auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms sind Indurationen (Verhärtungen) der Prostata. Prostatakarzinome in der Transitionalzone können nicht getastet werden.

Hauptsächlich wird bei der Kontrolle die Beschaffenheit der Prostata untersucht; dies geschieht durch Abtasten, und wer das noch nie hat machen lassen, findet es vielleicht ein bißchen befremdlich - wie in vielen Fällen gilt aber: Vorher darüber reden (erklären lassen, wie der Arzt/die Ärztin vorgeht) hilft, und wenn dann der behandschuhte Finger gut geölt in den After gleitet, sollte mann sich unbedingt entspannen. Dann ist es nicht ganz so unangenehm! Die normale Konsistenz der Prostata fühlt sich wie die Region zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger auf der Handoberfläche an - also fest, aber elastisch. Das schmetterlingsförmige Organ ist in der Regel vom umliegenden Gewebe gut zu unterscheiden. Vielleicht sollte Mann vor einer Untersuchung mal in ein Biologiebuch schauen, um zu wissen, wo ungefähr dieser kleine, aber feine Körperteil liegt.

Mit Hinweisen, wie sich die Prostata krankhaft verändern kann, bin ich natürlich vorsichtig. Hier aber ein paar Anhaltspunkte:

Beim Krebs wird die Prostata zunehmend knotig und derb. Sie ist jedoch nicht druckschmerzhaft. Auch kann es sein, daß die Konturen nicht mehr klar zu ertasten sind.

Bei der Prostataentzündung schwillt die Prostata an und wird oft schwammig. In diesem Fall ist sie bei der Untersuchung mehr oder weniger schmerzhaft.

Bei einer Vorsorgeuntersuchung tastet ein guter Arzt/eine gute Ärztin übrigens auch die Schleimhaut des Enddarmes ab, um hier keine Veränderungen zu übersehen. Die Lage und Ausdehnung eventueller Hämorrhoiden oder anderer Enddarmerkrankungen kann auf diese Weise festgestellt werden.

aktualisiert im Februar 2010


Schlagwörter:

DRU, Früherkennung

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