Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prostatektomie und postoperative Bestrahlung

05.6.2006

Wir beobachten es in der Selbsthilfegruppe seit Jahren:
Kaum prostatektomiert, schon kündigt sich ein Rezidiv an. Nachgefragt erfährt man vom Betroffenen von einem PCa mit T3 Stadium oder von positiven Tumorrändern.

Im Internet fand ich zu dem Thema einen Presseartikel zu einer gerade wohl abgeschlossenen Studie. (Lancet 2005;366:572-578 - M. Bolla et al):
Bei 503 durchschnittlich 65-jährigen Patienten mit einem pN0M0 Tumor und einem oder mehreren pathologischen Risikofaktoren (Kapselperforation, positive Tumorränder, Tumorinvasion in die Samenblase) wurden in einer randomisierten Studie anschliessend an die Operation eine konventionelle Radiotherapie mit 60 Gy über 6 Wochen durchgeführt oder lediglich eine Beobachtungsphase (wait and see). Primärer Endpunkt der Studie war das biochemisch progressionsfreie Überleben. 74% der bestrahlten und 53% der nicht bestrahlten Männer hatten nach 5 Jahren biochemisch progressionsfrei überlebt. Das klinisch progressionsfreie Überleben war in der Bestrahlungsgruppe deutlich länger, Rezidive waren seltener.

Die Autoren vertreten die Meinung, dass eine an die Prostatektomie direkt anschliessende Bestrahlung bei Patienten mit hohem Prostatakarzinom-Rezidivrisiko das biochemisch und klinisch progressionsfreie Überleben verbessert. Unklar scheint jedoch zu sein, ob sich das auch auf die Gesamtmortalität günstig auswirkt.

August 2005

Ergänzung:
Experten vertreten die Meinung, Bestrahlungen, die nach Feststellung eines Rezidivs erst bei PSA über 1.2 bis 1.5 ng/ml durchgeführt werden, haben eine schlechtere Prognose, d.h. insgesamt schlechtere Langzeitergebnisse.

Juni 2006



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