Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Impotenz

04.11.2009

Erektionsstörung, nicht fähig zu einem Geschlechtsakt

50 % der Männer im Alter über 60 Jahre haben Potenzstörungen. Ein Androgenmangel ist hierfür nur selten allein ursächlich. Meist sind es organische Störungen , oftmals auch in Kombination mit internistischen Erkrankungen, die zur erektilen Dysfunktion führen. Eine Testosteronsubstitution bei Defizit allein verbessert die Erektion somit meist nicht, aber das Gesamterleben der Sexualität und Libido erhalten eine positive Beeinflussung

Impotenz ist in den weitaus meisten Fällen eine Entscheidung für die radikale Entfernung der Prostata und der Preis, den der Man(n) aber auch die Partnerin als sekundär Betroffene dafür zu zahlen hat.

Prostatakrebs operativ vollständig entfernen heißt in vielen Fällen auch, die Nerven, welche die Erektion steuern (siehe auch das neurovaskuläre Bundel), ganz oder teilweise zu entfernen.

Die Impotenz ist die unmittelbare Folge davon.

Die sogenannte nerverhaltende radikale Prostatektomie ist eine OP-Tecnik, die in einzelnen Fällen und unter ganz bestimmten Bedingungen beim Entfernen der Prostata einseitig selten aber beidseitig das neurovaskuläre Bündel schonen kann. Es kommt dabei auch auf das Können des Chirurgen an.

Ergänzung:
Impotenz ist in vielen Fällen eine Spätnebenwirkung einer Bestrahlung. Ein Experte: Männer werden durch die Bestrahlung nicht automatisch impotent oder inkontinent - Die zunehmende Impotenz tritt zu ca. 50% im Verlaufe von 2 Jahren ein und ist, anders als die operativ induzierte Impotenz, praktisch immer mit PDE5-Hemmer zu behandeln (wenn vorher keine Erektionsstörungen bestanden).

Ergänzung:
Ein urologischer Experte zu MUSE:
Die meisten unserer Patienten, die MUSE probiert haben, haben wieder damit aufgehört, da entweder die Wirkung suboptimal war oder die Nebenwirkungen zu unangenehm.

Dr. Frank Eichhorns Kommentar nach Besuch der Konferenz des PCRI im September 2009 in Los Angeles:

Vorrang haben die PDE5-Hemmer, wie Viagra, Levitra und Cialis. Unter diesen Substanzen scheint Cialis länger zu wirken (36 Stunden statt 12 Stunden), dafür dauert es etwas länger bis zur Erektion (2 bis 4 Stunden – Viagra und Levitra nach 30 bis 60 Minuten).

Nach radikaler Prostatektomie ist es sicher richtig frühzeitig mit einem Rehabilitationsprogramm nach dem Motto "use it or loose it" zu beginnen. Interessant ist die in der Diskussion (Anmerkung: Diskussion in Los Angeles) geäußerte Beobachtung, dass auch ein hoher Prozentsatz von Männern nach Absetzen der Androgenblockade unter Potenzstörungen leidet. Bei dieser Patientengruppe könnte man erwägen bereits während der Androgenblockade regelmäßig eine niedrig dosierte Therapie mit einem PDE5-Hemmer durchzuführen.

Die absolute Zurückhaltung bei Männern mit Prostata-Karzinom Testosteron zu geben ist nicht nachvollziehbar. Zumindest bei Männern die einige Jahre nach radikaler Prostatektomie ein stabiles PSA und einen symptomatischen Testosteronmangel haben, scheint ein Therapieversuch mit Testosteron gerechtfertigt und sicher.

siehe auch "Erektile Dysfunktion"

Juni 2006
aktualisiert im November 2009

 

Soweit keine Quelle angegeben ist, sind die Texte auszugsweise zusammengestellt von verschiedenen Internetquellen, dem BPS-Magazin und BPS-Forum (Mitteilungsorgan des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.), Werbeschriften und Dokumentationen von einschlägigen Unternehmen und Institutionen, eigenen Aufzeichnungen anläßlich von Besuchen auf urologischen Kongressen und Symposien, Seminaren und Auszüge von Referentenvorträgen vor unserer Selbsthilfegruppe in Bielefeld und anschließend weitgehend laienverständlich aufbereitet, soweit ich dazu als medizinischer Laie in der Lage bin.

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