Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Prognosefaktoren

05.1.2011

Grundsätzlich: Ein prognostischer Faktor sagt etwas aus zur Aggressivität der Erkrankung und damit zur Lebenserwartung.

Mit klinischem Stadium, Lymphknotenbefall, Metastasierung, Grading oder Gleason-Score, neuen molekularbiologischen Parametern und Prostata-spezifischem Antigen (PSA) gibt es beim Prostatakarzinom eine enorme Zahl prognostischer Faktoren. Viele sind jedoch nur eingeschränkt nutzbar, weil sie nicht unabhängig voneinander sind, nur mit hohem Aufwand oder großen Kosten zu bestimmen oder für weitere Therapieentscheidungen nicht relevant sind. Eine Vorhersage, ob ein Patient nach radikaler Prostatektomie oder Strahlentherapie ein Lokalrezidiv oder Fernmetastasen entwickeln wird, ist daher bis heute nur eingeschränkt möglich, erklärte Prof. Dr. J.E. Altwein, München.

Eine zuverlässige Aussage, welcher Patient nach Radiotherapie ein PSA-Rezidiv entwickeln wird, gelingt nach seinen Worten am ehestens mit der Anwendung eines Risikoscores, der den Logarithmus aus prätherapeutischem PSA-Wert, Gleason-Score und T-Stadium umfasst.

Zukünftig könnte auch die Bestimmung der Expression von Onkogenen für die Vorhersage eines Therapieversagens interessant werden:
Einer neuen Studie zufolge ist der Nachweis von bcl-2 oder der p53-Mutante im Bioptat ein unabhängiger Prognostikator für einen Anstieg des PSA-Spiegels über 1 ng/ml nach Bestrahlung . Bestrahlte Patienten, bei denen der PSA-Wert nicht unter diesen Nadir abfiel, erwiesen sich im weiteren Verlauf grundsätzlich als Therapieversager.

Bei operierten Patienten wurden der prätherapeutische PSA-Wert (10 - 20 versus 4- 10), das Tumorstadium (T2c versus T1a-c) und das allerdings nur sehr schwer zu bestimmende berechnete Karzinomvolumen als signifikante prognostische Faktoren identifiziert. Eine sehr wichtige Rolle für die Prognose nach radikaler Prostatektomie spielt außerdem bekanntlich die Pathologie des Operationspräparates: Bei negativem Schnittrand, fehlender Kapselpenetration und fehlendem Samenblasenbefall sind Lokalrezidive laut einer Studie von Conolly et al. deutlich seltener (J Urol 47: 225, 1996).

Besonders ungünstig ist die Prognose, wenn ein positiver Schnittrand nahe der Samenblase lokalisiert ist.

aus dem Internet im März 2005

Ergänzung 1:
Ist das Prostatakarzinom im jungen Alter aggressiver als bei älteren Patienten?
Richter S., Pfister D., Sahi D., Thüer D., Engelmann U.H., Heidenreich A., Urologische Klinik und Poliklinik, Köln, Germany - Urologenkongress in Stuttgrat 09/2008

Nur 1 % aller Prostatakarzinome (PCA) werden in einem Alter < 55 Jahren diagnostiziert. Allerdings, das PCa bei jüngeren Männern hat dort eine höhere Rezidivrate und reduziert bei einem lokal fortgeschrittenen PCa und Lymphknotenbefall die Lebenserwartung erheblich stärker als bei Männern älter 55 Jahre.

Dr. Frank Eichhorn, Urologe aus Bad Reichenhall, sagte bereits 2007:

Patienten, die innerhalb von 3 bis 4 Monaten eine PSA-Wert von 0,05 ng/ml oder kleiner erreichen, haben eine lokale Erkrankung!
Die überragende Bedeutung des PSA-Tiefstwertes (Anmerkung Tiefstwert = Nadir)hat sich leider noch nicht herumgesprochen. Das gilt nicht nur für die Hormontherapie. Wenn nach einer "Radikalen" der erste PSA-Wert z.B. 0,01 ng/ml oder kleiner ist, kommt es sogut wie nie zu einem PSA-Rezidiv. Das heisst: Die Erkrankung war lokal. Das gilt genauso für die Strahlentherapie, Seeeds, Hifu, Kryotherapie usw.

letzte Aktualisierung im Januar 2011

 

Prognosefaktoren bei chemonaiven-mCRPC Patienten

ECOG-Performance Status

Ausbreitung der Erkrankung (nur Lymphknotenbefall oder Knochen- und Lymphknotenbefall oder viszerale Metastase

LDH (erhöht oberhalb des Normspiegeld)

Opiatbedarf

Albumin

Hämoglobin

PSA

Alkalische Phosphatase

Quelle: Halabi et al, A validated prognostic model.......ESMO 2013

03.04.2015 WDF

 

 



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