Wolfhard Frost · Bessemerweg 13 · 33611 Bielefeld
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PSA Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld

Cholesterin

06.11.2009

Cholesterin, es gilt als Herzkiller. Jetzt gibt es noch einen Grund mehr, auf Cholestrin zu achten: Denn offenbar fördert das Blutfett auch das Wachstum von Prostatatumoren.

Geahnt haben wir es schon länger. Und Dr. Strum hat es auf seinen BPS-Veranstaltungen mehrfach deutlich betont, die sonstigen internistischen Werte und insbesondere Cholesterin im Auge zu behalten.

Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen: Durch weniger Cholesterin im Essen kann Prostatakrebs offenbar kontrolliert werden. Denn hohe Cholesterinwerte sorgen dafür, dass sich Prostatatumore rasant vermehren. Cholesterinsenkende Medikamente dagegen hemmen ihr Wachstum.

Wissenschaftler des Children´s Hospital Boston pflanzten Mäusen menschliche Prostatakrebszellen ein und fütterten einige der Tiere dann besonders cholesterinreich. Die Forscher wiesen eine Cholesterin-Ansammlung in den äußeren Schichten der Tumorzellen nach, wo sie offenbar das Wachstumsverhalten beeinflussten: Die kranken Zellen starben nicht mehr ab, sondern vermehrten sich sogar unkontrolliert. Nach sechs Wochen hatten die Mäuse mit dem cholesterinreichen Futter doppelt so viele Tumore wie zuvor.

Als die Forscher den Tieren dann ein cholesterinsenkendes Medikament ins Futter mischten, starben die kranken Zellen schneller ab und die Tumore wuchsen nicht weiter. War das Futter wieder cholesterinreicher, fingen die Zellen erneut an, sich zu vermehren. Zu neuen Krebserkrankungen kam es durch das Cholesterin bei den Tieren jedoch nicht.

Cholesterin
Referenzwert:(Idealwert)< 200 mg/dl
Cholesterin
Referenzwert HDL-w. > 45 mg/dl
Referenzwert HDL-m. > 35 mg/dl
Cholesterin Referenzwert LDL < 160 mg/dl

Eine randomisierte, doppelblinde und Placebo-kontrollierte Multicenter-Studie an 254 Patienten Altersdurchschnitt: 59,8 Jahre) mit chronischer Hypertriglyzeridämie hat gezeigt, dass sich das Lipidprofil durch die zusätzliche Gabe von Omega-3-Fettsäuren in Kombination mit einer Statin-Behandlung deutlich verbessert. Nach achtwöchiger Behandlung mit Simvastatin (40 mg/Tag) und Ernährungsberatung erhielten die Patienten anschliessend täglich 40 mg Simvastatin + Placebo oder 40 mg Simvastatin + 4 g Omega-3-Fettsäuren für weitere acht Wochen. Am Ende der Studie war die prozentuale Abnahme an LDL-Cholesterin in der Omega-3-Gruppe mit einem Median von 9% deutlich grösser als in der Kontrollgruppe (2,2%). Triglyzeride, VLDLCholesterin sowie das Verhältnis von Gesamt-Cholesterin zu HDL- cholesterin sanken ebenfalls ausgeprägter in der Gruppe mit Omega-3-Supplementierung. Zudem stieg das HDL-Cholesterin stärker an als in der Placebogruppe. Diese Daten lassen vermuten, dass eine Kombination von Simvastatin mit Omega-3-Fettsäuren in der Behandlung einer chronischen Hypertriglyzeridämie wirksamer ist als Simvastatin allein.

Davidson MH, Stein EA, et al, Clin Ther, 2007; 29(7): 1354-67.

Nüsse sind gesund für unseren Stoffwechsel: In zahlreichen Studien zeigten sich positive Effekte auf die Fettstoffwechselwerte, die Regulation des Blutzuckerspiegels, den Blutdruck und - kaum zu glauben - auf das Gewicht. Vieles spricht dafür, dass das günstige Fettsäureprofil hierbei eine wesentliche Rolle spielt. Aber auch andere Inhaltsstoffe wie Vitamine (Vitamin E, Folsäure, Vitamin B6, Niacin), Mineralstoffe (Magnesium, Zink, Kalium), Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole, Phenolsäuren) tragen dazu bei. Experten empfehlen deswegen, täglich eine kleine Handvoll ungeröstete und ungesalzene Nüsse zu essen.

März 2005 ergänzt in 2009

Übrigens:

Im Gegensatz zu Blutzucker und Triglyzeriden hat die Nahrungsaufnahme einen geringen Einfluss auf den Cholesterinwert. Auch für die prognostische Aussage des LDL-Cholesterinwerts ist laut einer epidemiologischen Untersuchung in Circulation (2014; doi: 10.1161/?CIRCULATIONAHA.114.010001) unerheblich, ob die Patienten in den Stunden vor der Blutabnahme etwas gegessen haben oder nicht.

September 2014 WDF

 



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