Patient 63 Jahre, hat sich aus Neugierde im Mai 2002 beim Hausarzt den PSA-Test machen lassen. Das Ergebnis des Labors ergab 12,6 μg/l. Daher vom Patienten keine Gebühr an den Hausarzt, die Kosten wurden vollständig von der Kasse übernommen. Im Juli 2002 PSA-Kontrolle im Krankenhaus in Paderborn, 18,6 μg/l. Es war zu dieser Zeit auch vorgesehen, die Prostataoperation vorzunehmen. Der Patient war sich darüber aber nicht schlüssig. Er ging regelmäßig alle ¼ Jahr zur Kontrolle. Die Werte stiegen an bis zu 26,3 μg/l. Im Juli 2002 wurde in der Klinik auch eine Stanz-Biopsie gemacht. Der Patient ist der Überzeugung, daß durch die Biopsie der Anstieg der Werte hervorgerufen wurde, zumal das Karzinom verkapselt war: Laut Histologie war es ein Karzinom vom Typ eines azinären Adenokarzinoms, Gleason-Score: 6 (3+3). Im Juli entschloss sich der Patient zur Operation. Er holte sich vorher eine Zweitmeinung ein, in Dortmund. Ein solches Recht hat übrigens jeder Patient. Es war ein 3½ stündiges Gespräch mit dem dort behandelnden Urologen. Es wurde auch gleich ein Termin vereinbart. Vom Hausarzt wurde eine Ganzkörper-Knochen-Szintigrafie veranlasst, um eventuelle Knochenmetastasen auszuschließen (der Urologe hatte dies als Unsinn abgetan), was grundsätzlich zur Abklärung dazugehört. Zum Glück war dieser Befund negativ. Mitte Oktober begab sich der Patient in die Obhut der urologischen Abteilung der Klinik in Dortmund. Es folgten die Voruntersuchungen, darunter auch eine Blasenspiegelung. Dabei kam heraus, daß die Prostata etwas in die Blase eingewachsen war. Der PSA-Wert, ein Tag vor der Operation, war auf 56,3 μg/l angestiegen. Der histologische Befund nach der Operation ergab: Karzinom pT3b/pN1/G2-3. Es wurde bei der Prostatektomie gleichzeitig eine pelvine Lymphadenektomie beidseits durchgeführt. Die Unterbindung der Gefäße an den Lymphknoten erfolgte durch Metall-Clipse. Dies wird aus Platzmangel bei einer Operation im Becken so gemacht, für herkömmliche Verfahren bräuchte man mehr Platz.

Und nun zum Röntgenbild:






Da der Patient seit längerem an einer rechtsseitigen Gonarthrose (Kniegelenksarthrose) leidet, hat sein Orthopäde eine Beckenübersichtsaufnahme gemacht. Beim Betrachten des Bildes erkennt man die Clipse, die zunächst nicht so recht zu deuten waren. Da besann sich der Patient auf seine Prostataoperation. Der Patient möchte hiermit anderen Patienten, die aus irgend einem Grund mal eine solche Beckenübersichtsaufnahme erhalten sollten (z.B. bei Beckenbruch, Schenkelhalsfraktur, Arthrose...) keinen Schrecken bekommen sollen, wenn sie auf dem Bild die hellen, drahtartigen Strukturen auf dem Bild sehen. Das sind die Clipse nach der Prostataoperation.Es kann im Nachhinein sein, daß im Unterbauch und Leistenbereich ein leichtes Ziehen zu spüren ist. Das sind die Clipse im Leistenbereich, die sich nicht wie anderes Nahtmaterial nach einer gewissen Zeit auflösen, vom Körper resorbiert werden. Die Clipse bleiben aber so an diesen Stellen sitzen und melden sich so manchmal mit einem leichten Ziehen. Es ist etwas unangenehm, aber nichts weltbewegendes.

Der Patient hofft auf diese Weise den anderen Betroffenen etwas die Angst genommen zu haben. Immer positiv denken und nach vorne sehen. In diesem Sinne wünscht der Patient allen Anderen alles Gute.